Schlafmedizin

Schlafapnoe erkennen: 7 Warnzeichen, die Sie ernst nehmen sollten

dr. Albrecht Wenzel · Juni 2026 · Lesezeit ca. 4 Min.

Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist eine der am häufigsten übersehenen Erkrankungen überhaupt: Schätzungen zufolge bleibt sie bei einem großen Teil der Betroffenen jahrelang unerkannt. Das Tückische daran ist, dass die Atemaussetzer im Schlaf passieren — also genau dann, wenn man sie selbst nicht bemerkt. Oft sind es Partnerinnen und Partner, die als Erste stutzig werden.

Die folgenden sieben Zeichen sind keine Diagnose, aber gute Gründe, das Thema ärztlich abklären zu lassen.

1. Lautes, unregelmäßiges Schnarchen

Nicht jedes Schnarchen ist gefährlich. Verdächtig wird es, wenn es laut und unregelmäßig ist — und von Atempausen unterbrochen wird, auf die ein hörbares, schnappendes Luftholen folgt.

2. Beobachtete Atemaussetzer

Wenn jemand im Schlaf beobachtet, dass Ihre Atmung für Sekunden aussetzt, ist das das deutlichste Warnzeichen. Solche Apnoen können sich dutzende Male pro Stunde wiederholen.

3. Tagesmüdigkeit trotz „ausreichend" Schlaf

Wer acht Stunden im Bett verbringt und trotzdem morgens wie gerädert aufwacht oder am Steuer, im Meeting oder vor dem Fernseher ungewollt einnickt, sollte aufmerksam werden. Der Schlaf ist durch die Apnoen fragmentiert, ohne dass man es bewusst merkt.

4. Morgendliche Kopfschmerzen und trockener Mund

Wiederkehrende Kopfschmerzen direkt nach dem Aufwachen und ein trockener Mund können Folge der nächtlichen Sauerstoffschwankungen und der Mundatmung sein.

5. Nächtliches Schwitzen und häufiger Harndrang

Die wiederholten Weckreaktionen aktivieren das Stresssystem — das kann sich in nächtlichem Schwitzen und vermehrtem nächtlichem Wasserlassen äußern.

6. Konzentrations- und Stimmungsprobleme

Chronisch fragmentierter Schlaf macht sich am Tag bemerkbar: Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit, Vergesslichkeit und gedrückte Stimmung sind häufige Begleiter.

7. Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes

OSA tritt selten allein auf. Besonders bei Übergewicht, schwer einstellbarem Bluthochdruck oder Typ-2-Diabetes ist die Wahrscheinlichkeit hoch — die Erkrankungen verstärken sich gegenseitig. Warum Gewicht dabei der entscheidende Hebel ist, lesen Sie im Artikel Schlafapnoe und Übergewicht.

Warum sich die Abklärung lohnt

Eine unbehandelte Schlafapnoe ist mehr als nur lästig: Sie erhöht langfristig das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und Unfälle durch Sekundenschlaf. Die gute Nachricht ist, dass sie sich gut behandeln lässt — und die Abklärung unkompliziert ist.

In unserer Praxis beginnt sie meist mit einem kurzen Fragebogen und einer ambulanten Polygraphie, die Sie eine Nacht zuhause durchführen. Bestätigt sich der Verdacht, besprechen wir die Therapieoptionen — von der CPAP-Therapie bis zum Hebel Gewichtsreduktion.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei anhaltenden Beschwerden vereinbaren Sie bitte einen Termin.

Quellenangaben

  1. S3-Leitlinie Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen. AWMF-Register Nr. 063-001, Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM).
  2. Benjafield AV, Ayas NT, Eastwood PR et al. Estimation of the global prevalence and burden of obstructive sleep apnoea. Lancet Respir Med. 2019;7(8):687–698.

Adresse

Georg-Schumann-Straße 257
04159 Leipzig

Kontakt

Tel: 0341 5210871
E-Mail: info@internist-wenzel.de

Termin

Online buchen

Termin vereinbaren →